„Die Welt braucht viel, viel Liebe!“ – Ein Wochenende für Werner Sylten.
Organisiert von der Diakonischen Förderstiftung „Werner Sylten“ und in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz fand vom 7. bis zum 11. November 2025 in Bad Köstritz und Umgebung ein besonderes Wochenende statt, das ganz im Zeichen des Pfarrers und Menschen Werner Sylten stand. Unter dem Titel „Die Welt braucht viel, viel Liebe!“ wurden vier Veranstaltungen durchgeführt, die seinem Leben, Wirken und seinem unerschütterlichen Glauben an die Werte von Frieden, Liebe und Menschlichkeit gedachten.
Die Idee für dieses Wochenende ist anlässlich des 100-jährigen Dienstantrittes von Werner Sylten in Bad Köstritz entstanden. Am 17.01.1925 wurde Pfarrer Werner Sylten im Alter von 31 Jahren vom Verein für Innere Mission in Thüringen als Leiter des sog. Frauenasyls (später Thüringer Mädchenheim) angestellt, einer Fürsorgeeinrichtung für sozial gefährdete minderjährige Mädchen, welche zum damaligen Zeitpunkt kurz vor dem Aus stand. Am 01.03.1925 wurde er vom Landeskirchenrat als 2. Pfarrer in Bad Köstritz berufen.
Freitag, 7. November 2025 – „Verleih uns Frieden gnädiglich“
Der Auftakt des Wochenendes fand in der Kirche Groitschen statt. Um 19 Uhr begann dort die Abendandacht „Verleih uns Frieden gnädiglich“, die als Gedenkveranstaltung für Werner Sylten durchgeführt wurde. In einem unterhaltsamen Gottesdienst erinnerte die Lektorin Friederike Böcher an das Wirken und die Botschaft von Werner Sylten. Die musikalische Untermalung wurde von den Musicalischen Frawenzimmern Wildenborn übernommen, einem Ensemble, welches historische Musiktraditionen, insbesondere aus der Barockzeit, pflegt.
Sonntag, 9. November 2025 – Gottesdienst und Gedenkveranstaltung DER KLANG DER STOLPERSTEINE
Am Sonntag, den 9. November, folgte um 10 Uhr ein Gottesdienst im Pfarrhaus Bad Köstritz zu Ehren und im Gedenken an Pfarrer Werner Sylten. Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Stephan Magirius gehalten, der die Lebensgeschichte und die besonderen Verdienste Syltens in einer eindrucksvollen Predigt würdigte. In seiner Ansprache hob Stephan Magirius besonders den unermüdlichen Einsatz von Werner Sylten für die Menschlichkeit und für die Nächstenliebe sowie die damaligen neuen, richtungsweisenden pädagogischen Konzepte von Sylten hervor. Darüber hinaus stellte er einen Bezug zur heutigen Arbeit mit jungen Menschen auf dem Gelände der Diakonischen Förderstiftung her.
Am selben Tag um 17:45 Uhr fand an einem besonderen Ort in Bad Köstritz eine weitere Gedenkveranstaltung statt: DER KLANG DER STOLPERSTEINE am Stolperstein für Pfarrer Werner Sylten und am Gedenkstein von Sophie und Hans Scholl auf dem Gelände der Diakonischen Förderstiftung „Werner Sylten“ Bad Köstritz. Nunmehr zum 5. Mal versammelten sich zahlreiche Menschen am 9. November, um am historischen Tag der Reichspogromnacht von 1938 den Opfern des Naziterrors zu gedenken und mit den Mitteln der Kunst ein friedliches Zeichen des Gedenkens an die Zeiten größten Unrechts und größter Unmenschlichkeit in der deutschen und europäischen Geschichte zu setzen. Die Veranstaltung DER KLANG DER STOLPERSTEINE fand zeitgleich auch in Jena, Einbeck, Weimar, Stadtroda, Naumburg, Gera und Rostock statt. Der Chor des Ensemble Carmina e.V. Bad Köstritz mit Beteiligung von Jugendlichen der Regelschule Bad Köstritz sowie die Beiträge von zwei Jugendlichen des Förderschulzentrums Bad Köstritz trugen zur emotionalen Atmosphäre bei und verliehen der Veranstaltung eine besondere Tiefe. Im Rahmen der Veranstaltung wurde von den Enkelinnen Werner Syltens, Simone Sylten-Schütz und Gesine Kölbel, eine Spende der Stiftung Büro Pfarrer Grüber in Höhe vom 1000€ sowie eine Pfarrer-Grüber Gedenkmünze als Anerkennung für das Engagement hinsichtlich des ehrenden Gedenkens an Ihren ermordeten Großvater Werner Sylten überreicht.
Dienstag, 11. November 2025 – Musikalische Museumsrunde
Der letzte Tag des (erweiterten) Gedenkwochenendes fand im Heinrich-Schütz-Haus statt, wo um 14 Uhr die Musikalische Museumsrunde zu Ehren von Werner Sylten abgehalten wurde. In einem ausgesprochen interessanten und bereichernden Vortrag beleuchtete Pfarrer i.R. Michael Kleim das Leben und die Geschichte von Werner Sylten.
Michael Kleim wurde 2022 mit dem Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog für sein lebenslanges Engagement für die christlich-jüdische Verständigung und gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus ausgezeichnet. Besonders eindrucksvoll war, dass Pfarrer Michael Kleim in seiner Rede auch persönliche biographische Parallelen zwischen sich und Werner Sylten zog. Die Jury des Werner-Sylten-Preises hatte 2022 bereits zum Lebenswerk Michael Kleims ausgeführt: „Das Eintreten für Menschenwürde und gegen jede Ausgrenzung und Diskriminierung ist fest in seiner theologischen Überzeugung verwurzelt, für die er auch Anfeindungen in Kauf nimmt“.
„Die Welt braucht viel, viel Liebe!“ – Dieses Motto zog sich durch das gesamte Gedenkwochenende und spiegelte den Geist von Werner Sylten wider, der sich stets für den Glauben und die Liebe zum Nächsten einsetzte. Das Wochenende war ein würdiger und bewegender Rahmen, um an das Leben dieses außergewöhnlichen Menschen zu erinnern, der in einer turbulenten und verbrecherischen Zeit für Hoffnung und Menschlichkeit kämpfte. Die vielfältigen Veranstaltungen luden nicht nur zur Reflexion ein, sondern auch dazu, das Erbe Werner Syltens lebendig zu halten und weiterhin für die Werte einzutreten, die er so leidenschaftlich verkörperte.







09.11.2024 - Etwa 100 Menschen nahmen am 09.11.2024 an der Veranstaltung DER KLANG DER STOLPERSTEINE auf dem Gelände der Diakonischen Förderstiftung „Werner Sylten“ in Bad Köstritz teil, um am historischen Tag der Reichspogromnacht von 1938 den Opfern des Naziterrors zu gedenken und mit den Mitteln der Kunst ein friedliches Zeichen des Gedenkens an die Zeiten größten Unrechts und größter Unmenschlichkeit in der deutschen und europäischen Geschichte zu setzen. 86 Jahre sind seit der Reichspogromnacht vergangen und Antisemitismus ist nicht nur Geschichte, sondern leider auch noch Gegenwart. Stolpersteine erinnern an das Schicksal von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Angesichts der aktuellen Schändungen von Stolpersteinen im nahegelegenen Crossen und in Zeitz sind wir dankbar über jeden einzelnen Teilnehmer, der mit seiner Beteiligung auch eine Haltung gegen das Vergessen und für die Menschlichkeit zeigt.
In diesem Jahr jährte sich zum 10. Mal die Verlegung des Stolpersteins an einer bedeutenden Lebens- und Wirkungsstätte von Pfarrer Werner Sylten in Bad Köstritz.
09.11.2023 - Wie bereits auch schon in den Vorjahren fand am 09. November 2023 auf Initiative der Diakonischen Förderstiftung „Werner Sylten“ Bad Köstritz am Stolperstein für Pfarrer Werner Sylten und am Gedenkstein der Geschwister Scholl die Veranstaltung DER KLANG DER STOLPERSTEINE statt. Am historischen Tag der Reichspogromnacht von 1938 schließen wir uns damit an eine seit 2017 in Jena jährlich am 09. November stattfindende politisch-künstlerische Aktion an und möchten diese über die Stadtgrenzen hinaus mit ins Land tragen. In Jena hat sich die Veranstaltung durch das bürgerschaftliche Engagement mittlerweile zu einer großen Veranstaltung an über 50 Orten unter Beteiligung ebenso vieler Künstler und auch Schulen entwickelt. Die Initiatoren haben dafür in diesem Jahr den Sonder-Preis für Zivilcourage der Stadt Jena erhalten. (
Besonders gefreut haben wir uns über die Teilnahme von Gesine Kölbel, einer Enkelin von Werner Sylten sowie über die insgesamt große Resonanz von insgesamt ca. 70 Teilnehmenden. Die künstlerische Begleitung erfolgte durch Ralf Schneider auf dem Keyboard sowie dem Chor des Ensemble Carmina e.V. unter der Leitung von Frau Helena Seliwanow, der zusammen mit Schülern der Regelschule „Hans Settegast“ Bad Köstritz der Veranstaltung einen würdigen Rahmen gab. Ein besonderer Dank gilt auch dem Jugendlichen Marcel Klose für seinen Programmbeitrag sowie den fleißigen Helfern, die wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Mit tiefer Betroffenheit nehmen wir Abschied von


