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Neubesetzung der Stiftungsgremien

Auf einer gemeinsamen Sitzung von Stiftungsrat und Stiftungsvorstand der Diakonischen Förderstiftung „Werner Sylten“ Bad Köstritz am 10.03.2020 wurde eine weitestgehende Neubesetzung der Stiftungsgremien beschlossen. Den Vorsitz im Stiftungsrat übernimmt weiterhin Rechtsanwalt Gottfried Schumann zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Bad Köstritz Dietrich Heiland sowie Pfarrer Andreas Schaller als Vertreter der Kreissynode Gera. Neu berufen wurden Friederike Böcher als Gesandte des Gemeindekirchenrates Bad Köstritz sowie Helmut Kreuter.

Auf Grund des Ausscheidens des gesamten bisherigen Stiftungsvorstandes fand eine grundlegende Neuwahl statt. Dem Stiftungsvorstand gehören nunmehr Christian Lippmann als Vorsitzender sowie Denise Kühn und Michael Kramer als Stellvertreter an.

Ein großer Dank hinsichtlich ihres langjährigen Engagements für die Stiftung gilt den bisherigen Mitgliedern des Stiftungsrates Dr. Gabriele Henne und Horst Hinner sowie vor allem dem Stiftungsvorstand Adelheid Bäger, Hartmut Ziegler und Michael Frankenstein. Insbesondere Michael Frankenstein hat als Vorsitzender des Stiftungsvorstands seit knapp einem Jahrzehnt die Diakonische Förderstiftung maßgeblich durch sein Wirken geprägt. Neben einer wirtschaftlichen Konsolidierung der Stiftung ist es ihm als Impulsgeber und Initiator zu verdanken, dass das Andenken an Pfarrer Werner Sylten als Leiter des Thüringer Mädchenheims von 1925-1936 aufgegriffen wurde und bis heute gelebt wird. Neben der Verlegung eines Stolpersteins 2014 vor dem Haupthaus suchte und pflegte Michael Frankenstein den Kontakt zu den Angehörigen und Nachfahren von Werner Sylten. Zudem wurde in den letzten Jahren mit Unterstützung der Stiftung durch Vorträge und Veröffentlichungen das nahezu in Vergessenheit geratene theologisch-pädagogische Wirken Werner Syltens der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Dieses Erbe zu pflegen sehen wir als selbstverständliche und gerade in der Gegenwart als außerordentlich wichtige Verpflichtung für die Zukunft. Ebenso die damals wie heute durch die Stiftung angestrebte Förderung von sozial und bildungsmäßig benachteiligten sowie in ihrer Entwicklung gefährdeten Kindern und Jugendlichen. Dafür streben wir auch weiterhin eine enge Kooperation zur Jugendhilfe an und wollen zielgerichtet vor allem regionale Projekte im Sinne des satzungsgemäßen Auftrages der Stiftung unterstützen.

Christian Lippmann
Vorsitzender des Stiftungsvorstands

 

 

Unsere Projekte | Die Stiftung heute

Nachruf Adelheid Bäger

Veröffentlichung am 20.02.2021, OTZ

"Die Welt braucht viel, viel Liebe!"

  • Artikel-dieSchwarzburg-Licht_und_Leben

Artikel aus Die Schwarzburg - Licht und Leben: 17.10.2017


 
Vor 75 Jahren ermordeten die Nazis Werner Sylten wegen seines reform pädagogischen und kirchenpolitischen Wirkens.

Im Januar 1942 schrieb Werner Sylren seinen Söhnen aus dem Konzentrationslager Dachau: "Es gibt immer vieles, wofür Gott zu danken ist. Schau nur genau hin! Wer dankbar ist, wird nicht bitter. Ihr beide seid stets von soviel Liebe umgeben gewesen, dass das in Euch immer neue Liebe weckte, Ihr Liebe ausstrahltet. Die Welt braucht viel, viel Liebe!" Diese Sätze sind das Vermächtnis von Pfarrer und Erzieher Werner Sylten, der beispielhaft ein Leben im Dienst am Nächsten führte.

Werner Sylten wurde am 9. August 1893 als ältestes der fünf Kinder von Alfred und Emma Sylten geboren. Der Vater war von Geburt her Jude und hieß Silberstein. Als sein Vater Alfred zum evangelischen Glauben konvertierte, nahm dieser den Namen "Sylten" an, um zu dokumentieren, dass er Sich vom Judentum getrennt habe. Diese Entscheidung hatte zur Folge, dass dessen Eltern mit ihm brachen. Sozialarbeiter und Reformpädagoge Werner Sytren studierte nach dem Abitur 1913 Evangelische Theologie in Marburg. Wegen des Ersten Weltkriegs musste er das Studium unterbrechen und konnte es erst 1919 fortsetzen. Nach dem Ersten Theologischen Examen 1920 begann er an der Berliner Universität noch ein Zusatzstudium: Nationalökonomie und Sozialpädagogik. Unter Leitung von Professor Friedrich Siegmund Schultze, Theologe, Sozialpädagoge und Pionier der Friedensbewegung, arbeitete er in den Arbeitervierteln am Schlesischen Bahnhof (heute: Ostbahnhof).

 

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